Diese Skulptur ist 100% Upcycling. Die Materialien sind verbrauchte Farbtuben, leere Vanilleschoten-Gläser und eine kleine Holzkiste mit Schaumstoffeinlage (ehemals für ein hochwertiges Mikrofon). Die leeren Farbtuben habe ich mit Wasser gefüllt und geschüttelt. Wegen der Farbreste ergibt sich eine farbige Flüssigkeit. Diese habe ich in leere Vanilleschoten-Gläser gefüllt. Der Rest bleibt in der Tube. Den schwarzen Schaumstoff der unteren Innenseite der Holzkiste habe ich etwas zurecht geschnitten und weiß angemalt. Die Gläser mit den farbigem Wasser habe ich dort so platziert, dass sie fest stehen. In den Schaumstoff im Deckel habe ich Kreise gefräst, passgenau für die Deckel der Farbtuben. Die Farbtuben wurden dann in die Vertiefungen gesetzt. Die Skulptur ist die aufgeklappte Kiste. Der Titel „Input, Output“ bezieht sich auf die Farbe, die von den Tuben in die Gläser geflossen ist. Aber auch auf die Wiederverwendung des Mikrofonbehälters. Das Mikrofon ist ein Input-Device. Es ist nicht mehr vorhanden aber es ist neuer Output entstanden. Interessant ist auch der Gegensatz zwischen der hochwertigen Mikrophon-Verpackung und den minderwertigen Farbtuben (billige No-Name Acrylfarbe). Die Vanille-Röhrchen liegen irgendwo dazwischen – nicht teuer aber auch nicht billig. Tatsache ist, dass alles normalerweise weggeworfen worden wäre, so aber als Kunstwerk weiter lebt.
Tatsächlich ist der Mikrofon-Behälter gar kein Wegwerf-Objekt. Ein Tontechniker würde die Mikrofone nach Benutzung wieder in die Holzkiste zurücklegen. Ich bin durch Zufall an diese Kisten gekommen, weil mein Besuch aus Brasilien, der die Mikrofone in Deutschland gekauft hatte, in seinem Reisegepäck Platz sparen musste und daher die Kisten wegwerfen wollte.

